Vorwort

Jeder Heimwerker sollte sich bewußt sein, daß Heimwerken nicht nur etwas mit "Selbst ist der Mann", sondern auch mit "Selbstverantwortung" zu tun hat. Bitte lesen Sie daher Gebrauchsanleitungen vor dem Einsatz der Produkte vollständig durch! Eine unsachgemäße Handhabung von Farben und Werkzeugen kann nicht nur das Ergebnis ihrer Arbeit gefährden, sondern ebenfalls zu Verletzungen führen. Bitte bewahren Sie daher Farben, Lacke und Werkzeuge für Kinder unerreichbar auf.

Beachten Sie, daß viele Farben und Lacke Lösemittel enthalten. Die austretenden Lösemitteldämpfe stellen ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko dar. Es muß daher unbedingt für eine ausreichende Belüftung der Arbeitsräume gesorgt werden.

Weiterhin sollte man seine eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen. Komplizierte und sehr umfangreiche Arbeiten sollte man einem fachlich versierten Handwerksbetrieb überlassen. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist oft günstiger als man vielleicht vermutet.

Themen:

Im Haus
Die Untergrundvorbereitung
Anstriche
Beschichtungen

Am Haus (Fassaden)
Die Untergrundvorbereitung
Anstriche
Beschichtungen

Fenster und Tueren
Die Untergrundvorbereitung
Lackieren,deckend
Lasur-Anstriche
Wasserverdünnbare Acryllacke, deckend und lasierend

Fußbodenanstriche
Die Untergrundvorbereitung
Anstriche und Beschichtungen
Lackierung
Nützliche Tips

Sonderbericht: Schimmelpilz!

Im Haus

Die Untergrundvorbereitung

Bevor Sie mit dem Anstreichen beginnen, sollten Sie für einen einwandfreien Untergrund sorgen. Der Untergrund muß sauber, tragfähig, fettfrei und trocken sein. Stark saugende, sandende oder rauhe Untergründe sind zunächst mit Tiefengrund zu behandeln.

Testen Sie, ob vorhandene Anstriche abblättern können. Hierzu benutzen Sie ein stark haftendes Klebeband. Drücken Sie das Klebeband fest an die Wand und reißen Sie es dann mit einem kräftigen Ruck wieder ab. Bleiben an diesem Klebeband Teile des alten Anstrichs haften, so ist der Untergrund für ein Überstreichen nicht geeignet und muß vorbehandelt werden.

Lackschichten oder Anstriche mit Dispersions- und Ölfarben, die bereits porös sind oder sogar abblättern, sind mit einem Abbeizer restlos zu entfernen. Bitte beachten Sie hierbei unbedingt die Gebrauchsanleitungen der Hersteller. Die so abgebeizte Fläche sollte anschließend einen Tag lang trocknen und danach mit einem Streichgrund pigmentiert oder mit Hydro-Acryl-Tiefgrund grundiert werden

Intakte alte Anstriche müssen gründlich gereinigt werden. Lackschichten und Ölfarbenanstriche sind leicht anzuschleifen. (Farbe.com Tip: Lehnartz Schleifschwamm)

Alte Leim-, Kalk- und Mineralfarbenanstriche müssen restlos mit Wasser und einer Deckenbürste abgewaschen werden, da auf ihnen sonst keine Dispersionsfarbe haftet. Nachdem die Wandfläche wieder trocken ist, muß sie mit Hydro-Acryl-Tiefgrund pigmentiert werden.

Kalk- und Zementputz muß, wenn er neu ist, etwa 20 Tage durchtrocknen, bevor er gestrichen werden kann. Alter, noch völlig intakter Putz muß mit einer Bürste gründlich gereinigt werden.

Gipsputz, Gips- und Weichfaserplatten,Gipskartonplatten, sind stark saugende Untergründe. Deshalb müssen sie, nachdem sie mit einer Bürste gereinigt wurden, mit Tiefgrund grundiert werden.

Bevor Sie Tapeten überstreichen oder überkleben, sind sie mit einer Deckenbürste zu säubern. Lose Tapeten sind restlos mit Hilfe vonTapetenablöser (Farbe.com Tip:Lehnartz TITANIC 2000 )zu entfernen.

Wichtig: Vergessen Sie nicht, immer und in jedem Fall eventuelle Risse und Löcher zu füllen und zu glätten, bevor Sie neu streichen oder tapezieren. Am einfachsten geht dies mit Füllstoff oder Glättputz, Fleckspachtelung mit Schnellspachtel aus der Tube. Isolierung von Nikotin- und Wasserflecken mit Isoliergrund oder Isolierfarbe.

Anstriche

Wässrige Dispersionsfarben werden nach dem Grad ihrer Beanspruchbarkeit in wasch- und scheuerbeständig unterschieden. Die Qualitätsmaßstäbe für Anstrichfarben (die Sie für Ihren Anstrich auch unbedingt bevorzugen sollten) sind in DIN (Deutsche Industrie Norm) 53 778 festgesetzt. Waschbeständige Farben sind besonders widerstandsfähig. Sie werden vorrangig für Decken und Wände im Wohnbereich eingesetzt.

Scheuerbeständige Farben sind besonders strapazierfähig und können problemlos gereinigt werden. Aufgrund ihrer Eigenschaften werden sie für normale und stark beanspruchte Anstriche verwendet. Darüber hinaus erfolgt eine Unterscheidung nach dem Effekt, z.B. in matt, seidenglänzend und glänzend. Beim Kauf von Wandfarben sollten Sie Qualität den Vorrang geben. Billige Wandfarben können oft teuer zu stehen kommen, denn sie sind bei einer Renovierung meistens nicht überstreichbar und müssen jeweils aufwendig entfernt werden. Darüber hinaus haben solche Farben schlechte Deckkraft und nachteiligeVerarbeitungseigenschaften.

Wichtig: Im Innenbereich empfiehlt sich die Verarbeitung von besonders gekennzeichneten Farben, die schadstofffrei und geruchsneutral sind. Wandfarben sind in der Regel zweimal aufzutragen (der erste Anstrich nach Gebrauchsanweisung verdünnt). Für das Auftragen der Farbe verwenden Sie am besten einen Profiroller. Er spart Zeit, und damit arbeitet man auch sparsamer und sauberer.

Streichen Sie immer in Richtung des Lichteinfalls (besonders bei Decken wichtig), also vom Fenster ausgehend in das Zimmer hinein. Selbstverständlich können Sie weiße Wandfarben auch ganz nach Geschmack oder passend zu anderen farbigen Raumelementen in jedem Verhältnis mit Voll- oder Abtönfarbe farbig nuancieren.

Beschichtungen

Eine Strukturbeschichtung im Innenbereich kann erfolgen mit Kunststoff- oder Silikatputzen in unterschiedlichen Dekor-Effekten. Reibe- und Decorputz 1,5 + 2,5 mm, Roll- und Kellenputz, Kratzputz, Silikatputz werden mit der Kelle "aufgezogen". Nachdem sie oberflächlich angetrocknet sind, wird der Putz mit der Kelle auf die Kornstärke abgezogen und anschließend strukturiert, rund oder senkrecht. Einfacher ist natürlich das Aufbringen eines Rollputzes, der - wie der Name sagt - mit einer Rolle aufgebracht wird. Wichtig: Bevor diese Putze aufgebracht werden, ist die zu bearbeitende Wandfläche, in der Regel mit Farbton der nachfolgenden Beschichtung, mit Streichgrund zu streichen.

Am Haus

Die Untergrundvorbereitung

Außenwände sind ständig der Witterung ausgesetzt. Nässe und Feuchtigkeit dringen durch Putz und Mauerwerk. Ist das der Fall, dann kommt es zu häßlichen "Ausblühungen" an der Wand, weil die aus dem Putz ausgeschwemmten Salze kristallisieren. Bei Frost kann die eingedrungene Feuchtigkeit sogar den Putz "sprengen". Gute Farbe ist deshalb der beste Schutz für strapazierte Außenwände!

Noch wichtiger als bei Innenwänden ist daher bei Außenwänden eine sorgfältige Untergrundvorbereitung. Es ist peinlich genau darauf zu achten, daß der vorhandene Untergrund trocken, tragfähig und sauber ist. Neue Putz-, Beton- und Mauerwerksflächen müssen vor dem Anstrich nach den jeweiligen Herstellervorschriften abgetrocknet sein.

Bevor Sie dann streichen, muß der sich inzwischen angesammelte Schmutz mit Wasser und Bürste entfernt werden. Danach werden kleine Putzschäden mit Leichtspachtel ausgebessert. Feine Haarrisse, die durch Trocknen des Putzes entstehen, können in der Regel durch den Anstrich verdeckt werden. Gerissene Fassadenflächen sind mit rißüberbrückender Spezialfarbe zu streichen. Saugende Untergründe werden mit Hydro-Acryl-Tiefgrund verfestigend grundiert.

Bereits gestrichene Flächen müssen sorgfältig auf Festigkeit und Tragfähigkeit geprüft werden (Klebebandtest, Gitterschnitt usw.).

Anstriche

Anstriche im Außenbereich werden in der Regel zweifach durchgeführt. Beim ersten Anstrich kann die Farbe entsprechend der Herstellerempfehlung mit Wasser verdünnt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es ratsam, vorher stets eine Grundierung vorzunehmen.

Das heutige Angebot an Materialien für Außenwand-Anstriche ist groß. Achten sie deshalb auf Qualität. Es gibt auch billige Farben, die schlechter decken und sich schlechter verarbeiten lassen.

Glatte Fassadenfarben auf reiner Acrylatbasis sind die gebräuchlichsten und am meisten verwendeten Außenwandfarben. Darüber hinaus werden vielfach auch seidenglänzende Fassadenanstriche mit Latexfarbe durchgeführt. Für Fassaden mineralischen Ursprungs (Kalksandstein, Beton, ungestrichene Putze) ist ein Anstrich mit einer Silikatbasis empfehlenswert. Sie verbindet sich am besten mit dem jeweiligen mineralischen Untergrund.

Für gewünschte füllende Anstriche gibt es die sogenannten Fassaden-Füllfarben mit einem Matteffekt. Diese Produkte werden bei relativ rauhen Putzen eingesetzt.

Außenanstriche können selbstverständlich auch farbig ausgeführt werden; Weißfarben sind mit verschiedenen Farben gewünschten Farbton nuancierbar.

Für besonders wasserabweisende Fassadenanstriche empfiehlt sich Siliconharz Fassadenfarbe.

Beschichtungen

Auch im Außenbereich können Beschichtungen mit Kunststoff- oder Silikatputz durchgeführt werden. Dies kann sowohl bei einem Neubau wie auch bei einer alten Fassade, die schon einmal mit Dispersionsfarben gestrichen worden ist, erfolgen. Bevor Roll- und Kellenputz, Kratzputz, Silikatreibeputz aufgetragen werden, muß die zu behandelnde Fläche mit einem geeigneten Kontaktanstrich versehen werden. Sollten diese Strukturbeschichtungen später einmal verschmutzt sein, so können sie problemlos mit normaler Fassadenfarbe überstrichen werden.

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Fenster und Tueren

Die Untergrundvorbereitung

Fenster gehören zu den schwierigsten Anstrichuntergründen. Nicht, weil die Flächen so klein sind und man außerordentlich sorgfältig und exakt arbeiten muß, sondern weil bei Fenstern sehr leicht Anstrichfehler auftreten können.

Aus diesem Grunde ist dem Thema "Fenster" auch ein eigener Abschnitt gewidmet, der helfen soll, Ihren Fensteranstrich über Jahre hinaus intakt zu halten. Fenster werden ebenfalls aus Laub- und Nadelholz gebaut. Bei Nadelhölzern ist eine Imprägnierung bzw. erste Behandlung mit einem speziellen Holzschutz-Grund unbedingt notwendig. Achten Sie bei Fenstern noch mehr als anderswo darauf, daß Sie ausschließlich mit geprüftem Holzschutz-Grund imprägnieren.

Achten Sie ferner vor dem Anstich darauf, daß die Kittfuge intakt ist und die Verkittung der neuesten Vorschrift für die Verglasung von Fenstern entspricht (besonders wichtig bei Isolier-Verglasung!). Anstelle der dafür früher verwendeten Leinölkitte (die vielfach aushärten, zu offenen Fugen führen, über die dann Wasser in das Holz eindringen kann) werden heute meistens moderne Fugendichtungsmassen eingesetzt. Runden Sie vor dem Anstrich mit einem Schleifklotz alle scharfen Kanten leicht ab, damit der Farbfilm auch an den Kanten gleichmäßig dick wird. (Schleifstaub gründlich entfernen.) Fenster sind vor dem Einbau 1-2 mal vorzubehandeln, d.h. mindestens rundum zu imprägnieren und mit einem Grundanstrich zu versehen.

Die Fenster-Innenseite ist ebenso wichtig wie die Außenseite. Denn auch im Innenraum sammelt sich die Feuchtigkeit, und es ist zu verhindern, daß sie ins Holz eindringen kann. Deshalb sollten Sie außen und innen gleich viele Anstriche durchführen.

Lackieren, deckend

So sieht der richtige Anstrichaufbau aus:
1.Imprägnieren mit einem Imprägniergrund
2.Grundanstrich auftragen
3.Vorlackieren mit verdünntem Lack
4.Schlußlackierung mit dem gleichen unverdünnten Lack.

Diese Arbeitsgänge müssen außen und innen durchgeführt werden.

Bei farbigen Lackierungen sollte man darauf achten, daß man nicht einen zu dunklen Farbton wählt. Dunkle Lackierungen wärmen Holz stärker auf, was dazu führen kann, daß das Holz außerordentlich stark arbeitet, wodurch Anstrichschäden entstehen können.

Lackierte Fensteranstriche sind nach ca. 3-4 Jahren mit einem Pflegeanstrich zu versehen. Das liegt am schrägen Einfall der Sonnenstrahlen und daran, daß sich z.B. Regenwasser auf dem unteren Flügel- und Rahmenholz sammeln kann. Regelmäßige Pflege des Fensters ist deshalb notwendig und macht sich auch bezahlt.

Lasur-Anstriche

Naturholzfenster werden heute meistens lasierend behandelt. Aber auch hier erfolgt bei Nadelholz immer eine Imprägnierung. Der Hauptanstrich erfolgt durch eine mehrmalige Behandlung mit einer speziellen, schätzenden Dickschicht-Lasur. Die Arbeitsgänge sind wiederum außen und innen durchzuführen.

Bei der Farbtonauswahl sollten Sie darauf achten, daß Sie keine zu hellen und keine zu dunklen Töne verwenden. Bei hellen Lasurtönen ist die Witterungsbeständigkeit geringer und bei dunklen erfolgt eine zu starke Aufheizung des Holzes, was zu Volumen-Schwankungen führen kann. Besonders geeignet sind deshalb die Farbtöne Nußbaum und Mahagoni.

Wichtig ist bei Lasuranstrichen der regelmäßige Pflegeanstrich bei dem ca. alle 2 Jahre das Fenster im unteren Bereich bzw. ganzflächig einmal überarbeitet wird.

Wasserverdünnbare Acryllacke, deckend und lasierend

Fachleute empfehlen in jüngster Zeit auch verstärkt Dispersionslacke auf wässriger Basis für Anstriche von Außenholzteilen. Nadelhölzer sollten auch beim Einsatz von Acryllacken allseitig mit einem Imprägniergrund vorbehandelt werden.

Besonders bewährt sind Glanz- und Seidenacryllacke für weiße und farbige Lackierungen.

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Fußbodenanstriche

Die Untergrundvorbereitung

Nässe und Feuchtigkeit dringen auch in so scheinbar harte Materialien wie Beton und Zementestriche (Fußböden, Garagenböden, Treppen, Heizölauffangwannen usw.) ein. Ihre Oberflächen bestehen nämlich aus feinen Poren, die die Nässe mit der Zeit langsam tiefer eindringen lassen. Das muß verhindert werden. Zudem macht die rauhe Oberfläche, in der sich leicht Schmutz sammelt, es schwer, diese Materialien sauber zu halten. Farbe deckt diese Oberflächen ab, macht sie glatt. Mit einem Schutzanstrich haben Sie dort in einem "Aufwasch" auch für Sauberkeit gesorgt. Außerdem ist es gesetzlich vorgeschrieben, daß Beton-Auffangwannen von Heizölbehältern mit einem öldichten und ölbeständigen System versehen werden. Als umweltschonende Beschichtung für innen und außen empfiehlt sich eine Acryl-Bodenbeschichtung.

Bevor Sie mit einer Anstrichbehandlung dieser Untergründe beginnen, ist es außerordentlich wichtig, daß der Beton bzw. Estrich trocken und sauber ist. Die Oberfläche neuer, noch ungestrichener Flächen, insbesondere aber jeder gepuderte Estrich muß gründlich aufgerauht werden, damit der Anstrich sich mit dem Untergrund verbinden kann. Staub muß entfernt werden. Öl und andere Flecken sind mit einem speziellen Betonreiniger zu entfernen.

Bevor Sie mit dem Anstrich beginnen, muß diegesamte Fläche völlig trocken sein. Alte Anstriche, die bereits abblättern bzw. sich überall ablösen,müssen vor einem neuen Anstrich ganz entfernt werden. Streichen Sie die Fläche dazu mit einem Abbeizer ein, lassen Sie ihn einwirken und entfernen Sie dann die Anstrichreste mit Schrubber und Wasser. Nach völliger Abtrocknung kann schließlich der Anstrich erfolgen. Auch bei noch gut erhaltenen Altanstrichen können evtl. einige Teile lose sein. Sie müssen mit Spachtel und Drahtbürste entfernt werden. Prüfen Sie auch durch einen Probeanstrich auf kleiner Fläche die Verträglichkeit der alten und der neuen Farbe. Das ist darum notwendig, weil früher oft Farben anderer chemischer Zusammensetzung verwandt wurden, die sich mit den heute üblichen nicht vertragen und Blasen werfen. In diesem Fall muß der gesamte Anstrich, auch wenn er noch gut erhalten ist, entfernt werden.

Ein Anstrich mit Dispersions-Fußboden- bzw. Beton-Farben ist relativ einfach durchzuführen. Diese Farben sind jedoch nicht besonders strapazierfähig, d.h. nicht unbedingt für stark begangene Räume geeignet. Der Grundanstrich sollte mit einem Pinsel oder Flächenstreicher einreibend ausgeführt werden. Den Schlußanstrich sollte man rollen. Teilen Sie die Gesamtfläche in gleich große Flächen ein. Rollen Sie dann eine Fläche nach der anderen. Zuerst in eine Richtung immer parallel. Dann quer zu dieser Richtung, um die Farbe gleichmäßig zu verteilen. Und dann noch einmal, um alles zu glätten, in der gleichen Längsrichtung wie zuerst. Noch ein Tip: Eine Walze am Besenstiel erspart Ihnen das Bücken.

Stärker strapazierfähig sind sogenannte Kunststoffbeschichtungen auf PVC-Basis, die heute besonders für Kellerräume, Garagenböden und Treppen empfohlen werden. Diese Kunststoffbeschichtungen sind 2-3 mal nach dem oben beschriebenen Modus aufzustreichen bzw. zu rollen. Kunststoffbeschichtungen können nach relativ kurzer Zeit wieder begangen werden. Eine Grundierung mit einem Grundfestiger isoliert Feuchtigkeit und erspart einen Voranstrich mit einem Flüssig-Kunststoff (hierbei unbedingt Verarbeitungsvorschriften beachten.

Flüssig-Kunststoff eignet sich auch als Unterwasseranstrich für Zier- und Schwimmbecken, wenn diese vorschriftsmäßig konstruiert und isoliert sind. Frühestens 14 Tage nach dem letzten Anstrich kann das Becken gefüllt werden.

Frisch beschichtete Fischbecken müssen mehrfach mit Wasser gefüllt und immer wieder ausgespült werden; wichtig ist, daß die Lösungsmittelreste aus dem Anstrich vollkommen verdunsten, bevor die Fische eingesetzt werden, da diese anderenfalls vergiftet werden könnten.

Der Gesetzgeber verlangt, daß Räume, in denen Heizöltanks stehen, mit Heizölauffangwannen versehen werden müssen, die wiederum einen entsprechenden Anstrich erhalten müssen. Diese Heizölwannenanstriche können mit Dispersions-Kunststoffarben oder mit Kunststoff-Beschichtungen durchgeführt werden. Wichtig ist nur, daß das verwendete Produkt ein entsprechendes Prüfzeichen, z.B. PAVI 663, besitzt. Dies gewährleistet, daß die Produkte elastisch genug sind, um bei Rißbildung der Betonwanne den Riß entsprechend zu überbrücken und beim Auslaufen von Heizöl zu verhindern, daß das Öl in den Untergrund wegfließt. Die Vorschrift sieht weiter vor, daß die Heizölwannen-Beschichtung in zwei verschiedenen Farbtönen ausgeführt werden muß, damit eine entsprechende Kontrolle gewährleistet ist. Flüssig-Kunststoff ist ein Produkt, das alle diese Anforderungen erfüllt, und es gibt ihn in verschiedenen Farbtönen. Prüfzeugnis PA-VI 663 für die Töne 7092 und 6091.

Lackierung

Für die Versiegelung von Holz-und Parkettböden empfiehlt sich der Einsatz eines transparenten Kunststoffsiegels in den Glanzgraden matt, seidenglänzend und hochglänzend.

Unbehandeltes Holz sollte grundsätzlich dreimal lackiert werden. Bereits gestrichene Flächen reinigen, anschleifen oder anlaugen und zweimal lackieren. Als umweltschonende Alternative empfiehlt sich der Einsatz eines Aquasiegels, wasserverdünnbar, in den Glanzgraden seidenglänzend und hochglänzend.

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Nützliche Tips

Abdecken beim Streichen

Wer seine Wohung selber renoviert, weiß genau, daß sich Farbspritzer beim Streichen von Decken und Wänden kaum vermeiden lassen. Große Flächen mit Papier oder Folie abzudecken, ist kein Problem. Schwieriger wird es, wenn z.B. schmale Sockel oder Fensterbänke vor Farbe zu schützen sind. Das ausgelegte Papier rutscht leicht weg. Hier empfiehlt es sich, alte Zeitungen in Wasser zu tauchen und sie naß auf die entsprechenden Stellen zu legen. Das hat den Vorteil, daß die Abdeckung nicht verrutscht und sich außerdem der jeweiligen Form der Flächen gut anpassen kann.

Die scharfe Begrenzung aller zu schützenden Flächen ist mit einem Klebeband vorzunehmen, das nach dem Streichvorgang sofort entfernt werden soll. Auch das ausgelegte Abdeckmaterial (Folie, Papier, Krepp, Filz) kann mittels Klebeband fixiert werden.

Rest Kleister und Farbe aufheben!

Um bei späteren Ausbesserungsarbeiten an der Tapete oder Anstrichfläche Kleister oder Farbe bei der Hand zu haben, empfiehlt es sich, schon beim Tapezieren oder Anstreichen selbst ein Marmeladenglas mit dichtem Schraubverschluß abzufüllen und mit dem Deckel nach unten an einen kühlen Platz zu stellen.

Trocken abziehbare Tapeten

Wenn Sie eine trocken abziehbare Tapete verklebt haben, empfiehlt es sich, an verdeckter Stelle sich einen entsprechenden Vermerk darüber zu machen, damit Sie sich nach Jahren beim nächsten Tapetenwechsel noch erinnern, daß Sie die trocken abziehbare Tapete tapeziert haben.

Terpentingetränkte Lappen

Wer viel mit Lackfarben umgeht, weiß auch, daß Terpentinersatz gebraucht wird: zum Entfernen von Farbspritzern, zum Verdünnen von Farben und auch zum Säubern verschmierter Hände. Sehr viele Lappen, die mit Terpentinersatz getränkt werden, wandern nach Beendigung der Arbeiten in den Mülleimer. Sinnvoller ist es, einen satt angefeuchteten Lappen in ein dicht abgeschlossenes Glas zu legen. So wird Material gespart, und man hat über lange Zeit einen feuchten Lappen zur Hand.

Untergrundprüfung vor dem Tapezieren

Um zu prüfen, ob der Untergrund noch fest genug ist, macht man den Klebeband-Test. Nach festem Andrücken wird das Klebeband ruckartig abgerissen. Rückstände auf dem Klebeband deuten auf einen zum Tapezieren ungeeigneten Untergrund hin.

Nahtstellen streichen

Ein alter Trick bei Stoßtapeten mit dunklem Fond: Könner streichen vor dem Tapezieren unter den Nahtstellen den Untergrund ca. 10 cm breit mit einer Dispersionsfarbe im Ton der Tapete vor. Damit ist ein Blitzen der Nähte ausgeschlossen.

Blasen reparieren

Dicke Tapeten dehnen sich durch die im Kleister enthaltene Feuchtigkeit stark aus. Werden sie zu früh aufgeklebt, dehnen sie sich an der Wand weiter, und es bilden sich Blasen. Ist der Kleister zu dünn angemacht oder bedeckt er nicht die ganze Fläche, kann sich die Tapete lösen. Man kann nun entweder die Tapete einschneiden oder den Kleister mit einer Spritze injizieren. Diese hinterläßt fast keine Spuren, ist daher an besonders ins Auge fallenden Stellen zu empfehlen.

Lackfarben trocknen nicht mehr ein

Viele Anwender haben schon ein kleines Vermögen für Lackfarben ausgegeben - und leider auch viele von ihnen einen Teil davon verschenkt. Was sich im Laufe der Jahre an angebrochenen Farbdosen ansammelt, ist oft beträchtlich und manchmal nicht mehr zu gebrauchen, da die Farben durch falsches Lagern eingetrocknet sind. Hier gilt die alte Malerregel: Angebrochene Dosen gut verschließen und auf den Kopf stellen; so trocknen die Farben nicht ein, da sich eine Isolierschicht zwischen Lack und verschlossenem Deckel bildet.

Plastikflasche als Tropfenfänger

Beim waagerechten Anstrich von Decken und Einbauten vermeidet man das Abtropfen vom Pinsel auf den Arm, indem auf den Pinselstil der obere Teil einer entsprechend abgeschnittenen Plastikflasche geschoben wird. Der so entstandene Kelch um den Pinselstil herum nimmt die angesammelte Flüssigkeit während des waagerechten Anstrichs auf. Beim erneuten Eintauchen in den Farbtopf wird der Behälter wieder entleert. Um das Durchtropfen zwischen Flaschenhals (Gewindestück) und Pinselstil zu vermeiden, kann man als Abdichtung Isolierband oder ähnliches Material verwenden.

Flecken entfernen

Wenn eine Tapete Flecken hat, muß man erst prüfen, ob sie farbecht ist. Hierzu trägt man an einer nicht sichtbaren Stelle ein Reinigungsmittel auf. Wenn sich die Tapete verfärbt, besorgt man sich ein anderes Mittel oder unterläßt die Reinigung. Abwaschbare Tapeten können bedenkenlos mit Wasser gereinigt werden, dem ein Spülmittel oder etwas Kernseife beigefügt ist. Man arbeitet stets von unten nach oben, damit die Tapete unten nicht naßgespritzt wird, bevor man dorthin kommt.




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